videonn solche Tätet nicht wiederholt bei Straftaten mit
> sehr “milden” Sanktionen davonkommen würden,
> dann würde ich sagen, stimmt das was Du sagst.
Ich stimme gerne zu, dass Überwachungskameras nicht alles regeln
können.
Ich bin nicht für eine Verschärfung des Strafrechtes, aber für eine
konsequente Anwendung.
> > Es geht um nichts weniger als um Gerechtigkeit.
> > Für das Opfer ist es ungeheuer wichtig, dem Täter in die Augen sehen
> > zu können und ihm sagen zu können, was er angerichtet hat.
>
> Dazu braucht ein Opfer aber keine Kamera oder?
Wenn die Tat anders nicht dokumentiert werden kann, dann schon.
(Mir geht es jetzt nicht um den konkreten Fall, da weiß ich gar
nicht, wie es mit Zeugenaussagen aussah. Aber wenn jemand nachts um 2
alleine auf dem Bahnsteig steht, wäre es gut, wenn Untaten per Kamera
dokumentiert und dank einer Sicherheitszentrale auch schnell reagiert
werden könnte.
> > Für das Opfer ist es wichtig, dass der Täter zu einer
> > Wiedergutmachung verpflichtet wird, finanziell und ideell.
>
> Die erwartest Du dann von offensichtlichen Vollidioten und
> absolut Unfähigen?
Das müsste das Verfahren ergeben. Pauschal würde ich sagen, dass auch
Vollidioten gewisse Rechte haben, die ihnen nicht einfach genommen
werden dürfen.
Meine These ist: Jede Mark, die vernünftig in ein Netz von
Sozialarbeit und Therapie gesteckt wird, spart ein Mehrfaches im
Strafvollzug und im Bereich der Opferbetreuung.
Wobei Sozialarbeit durchaus fördern _und_ fordern sollte.
> Wie soll so jemand je einen Schadensersatz leisten können?
Nur: Wenn man ihn nicht packen kann, weil er anonym zuschlagen und
verschwinden kann, wird er niemals mit der Schadensersatzforderung
konfrontiert werden.
Dann bleiben das immer anonyme Opfer, an denen er seinen Spaß hat.
Ich gehe schon davon aus, dass es bei den Tätern etwas bewirkt, wenn
sie ganz konkret mit den Folgen ihres Tuns konfrontiert werden. Ob es
genug bewirkt, müsste man sorgfältig prüfen - und ggf. konsequent
handeln.
> Im Fall des Rentners ist dieser sehr wahrscheinlich auch schon tot
> wenn diese Idioten mal wieder aus dem Knast kommen.
> Und nun?
Dann war er (der Idiot) solange zumindest ausgeschaltet.
> Ich glaube auch nicht das solche Leute ohne gründlich Therapie
> je kapieren würden, was die angerichtet haben.
Das ist ja das Schlimme an unserem Rechtssystem:
Wer schuldig ist, bekommt keine Therapie.
Wer schuldunfähig ist wegen psychischer Schäden, der kann Therapie
bekommen - wenn er Glück hat.
Es gibt zwar Gefängnispsychologen, aber deren Hauptaufgabe besteht in
der Begutachtung von Insassen und in der Aufrechterhaltung der
Ordnung in der Anstalt. Therapie: Fehlanzeige.
Was sicherlich zu den hohen Rückfallquoten beiträgt.
> Bai manchen hab ich auch ernste Zweifel ob es mit Therapie
> je soweit kommen würde.
Probieren kann man es ja.
> > Auch Kleinkriminalität kann Menschen in einem Maße in ihrer
> > Integrität verletzten, dass sie ihres Lebens nicht mehr froh werden.
> > Darum sollen sie wenigstens dadurch entlastet werden, dass die Täter
> > gefunden werden und der gerechten Strafe zugeführt werden können.
>
> Und das soll dann eine Kamera erreichen?
> Wie gesagt, guckt dir mal die Bilder von solchen Kameras an.
Na gut. Vielleicht sollte man mal an der Qualität der Kameras
basteln.
Wenn da nur Schrott hängt, kann man es lieber bleiben lassen.
> > Die Opfer werden zusätzlich in den Hintern getreten (”Was hat ihm die
> > Überwachung genutzt?!”) und die Täter werden potentiell in Schutz
> > genommen (”Baut die Überwachung ab, sie nutzt ja doch nichts”).
> Kamaras dokumentieren nur. Sie verhindern nicht.
> Denn würden sie verhindern, hätten sie nichts zu dokumentieren.
Klar. Habe ich ja genau so auch geschrieben. Nur: Wenn die Tat nicht
dokumentiert wird, kann das Opfer auch keine Entschädigung bekommen.
(Es gibt ja sogar staatliche Opferentschädigungsprogramme. Aber auch
dazu muss erst die Tat dokumentiert sein.)
> > Wer zu solchen Argumenten greift, sollte ehrlich dagen, dass ihm an
> > Recht und Gerechtigkeit oder an einem Rechtsstaat nichts liegt. Er
> > nutzt ja auch nichts und verhindert Straftaten nicht.
>
> Also bitte, gegen derlei verwehre ich mich auf strikte Weise.
> Das sind die üblichen Totschlagargumente
> von Überwachungsfanatikern.
Manchmal haben auch Überwachungsfanatiker Recht. (Ich würde mich aber
ungern dazu zählen lassen.)
> Nenne mir bitte einen Fall, wo es durch reine Überwachung durch
> Kameras
> und meinetwegen abhören zur Verhinderung einer Straftat gekommen ist.
M.E. sollte die Kamera einer von mehreren Bausteinen sein.
Dazu gehören viele andere Bausteine, von denen die Zivilcourage der
übrigen Bevölkerung nicht der unwesentlichste ist.
Aber ich glaube, es ist ein wichtiger Baustein.
> Setze das was Du findest in Relation zu falschen Alarmen, extremer
> Belästigung für absolut unschuldige Bürger (Beispiel:
> Namensähnlichkeiten…etc.)
> und dann guck mal was unter dem Strich übrig bleibt.
Die Relation muss zweifellos gewahrt bleiben. Und an der Stelle
braucht es sicher auch eine kritische Begleitung von solchen
technischen Maßnahmen.
> Gilt deine ach so hoch gehaltene Gerechtigkeit nicht für absolut
> unschuldig in den Überwachungswahn geratene Bürger?
Ich denke, wenn es kein Opfer auf einem Bahnsteig gibt, dann gibt es
auch keinen Anlass, Fotos auszuwerten, und dann gerät auch niemand
unschuldig in Verdacht.
Umgekehrt: Wenn etwas geschehen ist, dann geraten zwangsläufig eine
ganze Reihe Unschuldige in Verdacht, und die Aufgabe polizeilicher
Ermittlungsarbeit besteht darin, die Verdachtsmomente zu bewerten. Je
genauer bestimmte Indizien sind, desto weniger Unschuldige werden
belastet.
Wenn die Indizien zu ungenau sind, wird es gar keine Verdächtigen
geben - und es wird auch keiner verurteilt werden können. Dann lieber
möglichst präzise Indizien.
> > Und dass dazu auch bessere Bildung gehört, bessere Erziehung, bessere
> > Ausstattung von Jugendämtern und und und, das steht noch auf einem
> > anderen Blatt und ist ebenso unbestritten.
>
> Nei es steht nicht auf einem anderen Blatt.
> Es muss auf dem ersten Blatt stehen.
Gut, da stimme ich sofort zu.
> Das ist eine mittlerweile extrem alte Kenntnis.
> Warum wird nur nicht danach gehandelt?
Weil es etwas kostet, und weil es für diese Ausgaben so gut wie keine
Lobby gibt.
> Und alle Piloten und Kapitäne, Motorradfahrer, Mofafahrer
> und in der Schweiz sogar die Fahrradfahrer.
> Selbst Kriegsschiffe und U-Boote haben eine Nummer.
Es geht ja nicht um die Nummer an sich, sondern um das öffentliche
gut lesbare Kennzeichen.
> Sorry aber das ist dumme Polemik.
Keineswegs. Der Gedanke enttarnt das Totschlagargument, alle würden
etwa durch Vorratsspeicherung unter Generalverdacht gestellt.
Denn dort, wo wir völlig selbstverständlich bereits jetzt
Vorratsspeicherung von Daten haben, wird dieses Argument nie
vorgetragen - aus gutem Grund.
> Kann es sein das Nummernschilder nur den Halter identifizieren,
> aber nicht den wahren Fahrer?
Nur wird der Halter in der Regel wissen, wer der Fahrer ist. Das
schränkt den Kreis derer, bei dem man suchen muss, schon ganz gut
ein.
Ohne diese Einschränkung könnte man den Fahrer so gut wie nie
ausfindig machen.
So kann man aber das Fahrzeug ermitteln. Und wenn es nicht über das
Kennzeichen geht, dann geht es über einen Abgleich von Unfallspuren
mit der Meldekartei, die auch über den Halter oftmals zum Fahrzeug
führt. Alles Vorratsspeicherung, die im konkreten Fall der Ermittlung
dient.
Warum habe ich in diesem Bereich noch nie den Vorwurf gehört, dass
damit alle Autohalter unter Generalverdacht gestellt würden, und dass
deswegen die Datei abgeschafft werden müsste?
Aber das ist ein weites anderes Thema…